Timme 1925
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Die Stadt Zschopau verdankt ihre Entstehung, wie alle Geschichtsforscher als sicher annehmen (1), einer Furt über den Zschopaufluß, und ihre Bedeutung in früheren Zeiten beruht fast ausschließlich auf die durch den Ort führende uralte Land- und Heerstraße (2) von Hamburg - Lüneburg - Leipzig - Borna Frohburg - Penig - Chemnitz - Marienberg - Reitzenhain - Komotau Prag Mähren - Wien - Ungarn - Italien, der direkten Verbindung zwischen Hamburg und Triest (3).
Diese alte Straße, die über das dicht bewalf´dete Erzgebirge führte, hat, wie neuere Forschungen ergeben haben, ursprünglich nicht über Marienberg geführt, sondern ihren Weg von Chemnitzüber das schwarze Holz und Gornau durch den unteren Stadtteil von Zschopau, der Wiesen- und Johannisstraße, und weiter über Krumhermersdorf, Lauterbach, Niederlauterstein und Zöblitz genommen. Aus einer Urkunde vom Jahre 1292 geht hervor, daß die alte böhmische Straße die Kirche von Krumhermersdorf rechts gelassen hat (4). Danach hätte man die Furt über die Zschopau etwa in der Nähe der Stegbrücke suchen müssen (5). Dagegen spricht allerdings die Lage des Schlosses, welches doch sicher als Schutz des Überganges über die Zschopau erbaut wurde. Sicher ist, daß bereits vor 1516 die Brücke über die Zschopau sich an der Stelle befand,wie unsere jetzige steinerne Brücke. Verschiedene Geschichtsforscher, wie Gautsch,
Herfurth und andere, haben sich mit diesem Problem beschäftigt, sind aber mangels von Urkunden zu keiner Lösung gekommen. Im Jahre
1533 aber benutzten die Fuhrleute bereits die Straße über Marienberg.
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