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Anno 1628 den 29.August hat ihre churfürstliche Durchlaucht Herzog Johann Georg allhier zu Krummenhermansdorf eine Jagd gehalten vndt ein aufschissen vnten an der Mühle das Holzigen genand vnd hat in solcher Jagd vndt aufschissen gehabt 95 stück an Hirschen, Hinden [Hirschkühen] vnd Sawen. Da denn auch die jung Herrn sampt Churfürstlicher Gemahlin mit geschossen, da viel Hundert Mann vndt Weibsperson zugesehen.
Den 5. August anno 1628 ist ein Wolkenbruch geschehen bey der Stadt Kemnitz vndt großen Schaden gethan, da viel Volcks etliche 40 person ertruncken, vnd sonsten umbliegendt umb Kemnitz gewaltig Schaden gethan, zu Burkertsdorff
Anno 1628 ist ein nasser Sommer und Herbst gewesen, also daß das getreidig auff dem felde zu keiner reiffen hat kommen können, das man hierzulande ein 8 Tage vor Michael [21.09.] keine Garbe in Scheuer [Scheune] gehabt, vnd umb Michael [29.09.] allererst angefangen abzuschneiden und abzuhawen vor grosser nesse, die eingefallen. Und 14 tage vor Michael [15.9.] grosse kelte gewesen und 17. Sonntag [nach] Trinitatis [7.10.] geschneiet da das getreidig alles noch ist gestanden, und hat der arme Oberländer [Gebirgsbewohner] fast [nur] das geringste trocken einbringen [können], auf das letzt [ist] alles erfrohren.
Anno 1629 den 18. Januarii ist ein mächtiger Wind und Schnee gewesen und durch ..... das viel Menschen erfrohren. Ist aber ein sehr heißer Sommer darauf erfolget und ist das getreidig alles zugleich reiff geworden, also daß man allhier vor Laurentii [10.08.] alles an Korn, Haffer und Gerste eingeerndet, welches in viel Jahren nit geschehen. Ist auch ein solcher schöner Herbst gewesen, das es an vier Wochen nach Martini [9.12.] keinen Schnee gehabt, und auch nit kalt gewesen.
Michel Felber, der Fischer genannt, begraben, welcher an einer Seuche, der Durchlauff genannt, gestorben, welche Jobst Pirner soll mit aus dem [Heer-]Lager von Franckfurt an der Oder gebracht haben, daran er auch erlegen - ist aber mit Schülern begraben worden ohne Kirchpredigt
Weil man etliche Soldaten unten im Dorfe abgesetzet und [ihnen] die Pferde genommen [hat] welches nicht nur hiesige Leute, sondern auch benachbarte verübet, [haben] General Holcks Völker [Soldaten] auf ihres Generals Befehl das Dorf angestecket [angezündet]; niedergehaun, was sie angetroffen, also daß sie etlichen die Köpfe in einem Hieb abgehauen [haben] und der Kopf den Berg [hin]abgelaufen, das Corpus [Körper] aber liegengeblieben [ist], welches jämmerlich zu sehen gewesen. Und sonst übel verfahren, wie die Rudera [Spuren] noch ausweisen.
Hans Börner begraben, welcher zur Tzschopaw in einem Keller erstickt, als die keyßerlichen Soldaten das Städtlein angezündet
Die darauffolgende Pest, welche aus diesem Dorfe eine Wüstenei gemacht, maßen [weil] innerhalb 2 Jahren bis 700 Personen aus diesem verstorben.
Von dem gedachten Jahre [1632] an biß auf 1654 keine Pfarrwohnung und eigenen Pfarrer hier gewesen, sondern unterdessen von dem Pfarrer in Waldkirchen als Filial [=Außenstelle] versorget worden. Da er denn nicht nur in gedachter Feuerbrunst (1632) sondern auch Krieg und Hassesgefahr bei diesem Dorfe viel ausgestanden und niemals von seinen Pfarrkindern gewichen, welches wohl zu bemerken. [Im Gegensatz zum vorherigen Krumhermersdorfer Pfarrer ... ]
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