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Die Tischtennisball-Fabrik |
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Rationalisierung a la DDR
Immer mehr Tischtennisbälle musste man in Krumhermersdorf produzieren, und es wurden immer schlechtere, die immer schneller zerbrachen. Und dadurch wurden noch mehr gebraucht - ein Teufelskreis für die Mangelwirtschaft der DDR! Doch wie zu Qualität zurückzukehren sei, bestimmten nicht die, die es noch wussten. Sondern Parteisekretäre und Leute im fernen Stammbetrieb, die höchstens mal herkamen, um die Nase zu rümpfen. Deren Formel war einfach: Viel Geld investieren bringt viel Qualität und Produktivität.
Ökonomie für Anfänger Eine 1967 gebaute Tiefziehmaschine kostete damals 13.000 Mark. 1985 (nach 18 Jahren) wird sie verschrottet? NEIN !!! sie wird umbewertet auf einen Bruttowert von 110.000 Mark. |
1988 war von deren millionenschweren Vorhaben nur noch eine Mappe mit Bildern übrig, ein Ordner, den der Parteisekretär unter Verschluss hielt und einige pneumatische Geräte im Lager der Werkstatt. Und Erinnerungen! - Versuchen wir eine Rekonstruktion:
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Von einer Verkettung von Arbeitsgängen, von richtiger Rationalisierung und solchen Dingen redet da schon keiner mehr. Nur der Parteisekretär träumt noch von einer neuen Produktionshalle - bis zu seinem schmählichen Ende 1989.
Klar machte das die Arbeiter wütend! Veränderungen? Nein danke, Herr Doerffel, davon hatten wir genug. - Ja, aber ... sagt man da heute verständnislos, bestimmten denn in der DDR wirklich die Arbeiter? Es hieß doch immer, das sei gar nicht wahr gewesen? War es auch nicht! Die Leitung ordnete an, was zu tun war, und die Arbeiter machten es so, wie sie Lust hatten: Keiner weiß Bescheid, jeder macht was er will, aber alle machen mit ... Wie soll W. Ulbricht gesagt haben? »1945 standen wir vor einem Abgrund. jetzt sind wir einen Schritt weiter!«
C+H Doerffel Krumhermersdorf 1999 |
Die Pauli-Fabrik, genannt "Die Plaste" Die Technologie Die Qualitätskontrolle Masse statt Klasse Die Wende - das Ende |
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